| Dienstag 19. 01. 2010 - 21:01 Uhr |
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Einwanderer müssen künftig Deutsch können

Wer nach Österreich dauerhaft einwandern will, muss künftig Deutsch können. Das ist einer der Eckpunkte des "Nationalen Aktionsplans für Integration", der am Dienstag im zweiten Anlauf den Ministerrat passiert hat. Weitere Beschlüsse der Sitzung, deren Ergebnisse Kanzler Werner Faymann ohne seinen verreisten Vize Josef Pröll verkündete: Die Bundespräsidentenwahl findet am 25. April 2010 statt, fünf Regierungsmitglieder sind um einen Orden für ihre Verdienste um die Republik reicher.
Gegenüber dem ersten Papier von ÖVP-Innenministerin Maria Fekter sind die Änderungen beim Integrationsplan geringfügig, vor allem Festlegungen gegen Sozial- und Lohndumping hat die SPÖ hineinreklamiert. Einen genauen Zeitplan für die Realisierung gibt es allerdings noch nicht, einiges soll aber noch heuer umgesetzt werden.
Zuwanderer müssen laut dem Plan vor der Einreise ab sofort Basis-Deutschkenntnisse vorweisen. Zielgruppe sind nachzugsberechtigte Familienangehörige aus Drittstaaten, nicht aber höher Qualifizierte, Asylwerber oder Saisonniers. Im Gegenzug soll Familienangehörigen der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Auch ausländische Studenten sollen nach einem positiven Abschluss in Österreich unter bestimmten Bedingungen arbeiten dürfen. Gleichzeitig soll die Anerkennung im Ausland erworbener Zeugnisse verbessert werden. Weiters wird im Plan die Beschäftigung von Personen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Bereich erhöht.
Gleichzeitig wird der Grundsatz aufgestellt, dass "Integration vor Neuzuzug" steht. Und es wird auch Sanktionen geben: Bei 18- bis 21-Jährigen droht etwa die Streichung der Familienbeihilfe, wenn keine Leistungsbereitschaft vorliegt. Beinhaltet ist darin auch die Akzeptanz von Normen und Werten des Rechtsstaates bei gleichzeitigem Kampf gegen Fremdenhass und Rassismus.
Kritischer Punkt Arbeitsmarktöffnung
Konkretes gab es am Dienstag zum heikelsten Punkt, der Arbeitsmarktöffnung, aber noch nicht. Ganz im Gegenteil meinte ÖVP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, dass angesichts steigender Arbeitslosenzahlen jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine Liberalisierung sei. SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer zeigte sich gesprächsbereit, wenn die Zuwanderer dann wirklich Deutsch-Kenntnisse mitbrächten. Personen aus dem Familienzuzug sind derzeit im ersten Jahr nicht am Arbeitsmarkt zugelassen.
Bundeskanzler Werner Faymann versprach im Pressefoyer nach dem Ministerrat eine verfassungskonforme Umsetzung. Der Passus mit den Deutsch-Basiskenntnisse gelte nur für Personen aus Ländern, wo man die Sprache auch lernen könne. Der Kanzler geht aber davon aus, dass Österreich von bereits bestehenden deutschen Einrichtungen profitieren kann.
"Müssen ja nicht Romanschreiber sein"
Bereits vor dem Ministerrat wischte Fekter Zweifel an der Praktikabilität beiseite. Wenn Dänemark und Schweden die gleichen Regelungen umsetzen könnten, müsse das auch bei einer Sprache wie Deutsch möglich sein, die von vielen Millionen gesprochen werde. Sozialminister Hundstorfer verwies auf die weltweit 400 Goethe-Institute und eine Reihe anderer Einrichtungen, wo man Deutsch lernen könne. Zusätzlich werde ja nur ein Minimum an Deutsch verlangt: "Es geht ja nicht darum, dass sie Romanschreiber sind."
Abgeprüft werden sollen die Sprachfertigkeiten jedenfalls bei den österreichischen Vertretungen in den Herkunftsländern. Fekter - sie bezeichnete die von der SPÖ hineinreklamierten Änderungen als "semantische Korrekturen" - erklärte, dass bei diesen Behörden auch die Anträge für den Aufenthalt in Österreich eingebracht würden. Da könne man dann auch die Sprachfeststellung vornehmen.
Lob für Versuch, Kritik für Ergebnis
Die schiere Befassung mit der Materie wurde in den meisten Reaktionen positiv aufgenommen, im Detail gab es aber fast ausschließlich Kritik. Die Verschärfungen dienten nicht der Integration, sondern der Verhinderung von Migration, kritisierten etwa die Grünen. Das BZÖ verlangte ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept und eine "Green-Card" für Österreich.
Die Caritas attestierte Fekters Papier auch positive Ansätze, etwa beim Bekenntnis gegen Rassismus. Ebenso wie die Volkshilfe bemängelte sie aber den Mangel an Verantwortungszuordnungen und daraus ableitbaren Zeit- und Finanzplänen. Die Bundesjugendvertretung sprach sich gegen den Ansatz "Integration durch Strafe" aus. Vertreter von Industrie und Wirtschaft begrüßten den Plan, sprachen sich aber für qualifizierte Neuzuwanderung aus.
Fünf Orden verliehen - Faymann lehnte ab
Im Vorfeld der Ministerratssitzung hatte die FPÖ Wirbel um die Verleihung von Orden an fünf Regierungsmitglieder geschlagen.
Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Verteidigungsminister Norbert Darabos und der scheidende Wissenschaftsminister Johannes Hahn bekamen das "Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich". Das "Große Silberne Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich" erhielten die Staatssekretäre Christine Marek und Reinhold Lopatka.
Die Orden werden seit 1953 an jedes Regierungsmitglied ab einer Amtszeit von drei Jahren verliehen. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky sprach dennoch von einer "einem unfassbaren Akt der Provokation angesichts der massiven Probleme im Land".
Kanzler Faymann und Vizekanzler Pröll - er weilte am Dienstag beim Ecofin-Gipfel in Brüssel - nahmen ihre Auszeichnungen allerdings nicht entgegen. Er sei jemand, der lieber jemanden anderen auszeichne, als sich Gedanken darüber zu machen, wie er selbst zu einem Orden komme, meinte Faymann im Pressefoyer. Letztlich sei das aber seine persönliche Entscheidung gewesen: "Ich habe nichts gegen Ordensverleihungen."
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| Geschrieben von VinylBreaker |
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| Montag 18. 01. 2010 - 13:51 Uhr |
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Papst-Attentäter frei - und gleich von Militär eingezogen

Der türkische Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca ist am Montag aus der Haft entlassen worden - und umgehend auf einen Stützpunkt der türkischen Armee verfrachtet worden. Agca, der sich mit Enthüllungs-Büchern ein Startvermögen für ein neues Leben anhäufen will, droht nach der Musterung jetzt der Einzug ins Militär.
Ob Agca seinen Wehrdienst ableisten muss, ist umstritten. In der Türkei gilt eigentlich eine allgemeine Wehrpflicht für Männer im Alter von 20 bis 41 Jahren - Agca ist 52 Jahre alt. Des weiteren ist es Auslandstürken möglich, sich gegen Zahlung von Summen zwischen 5.000 und 8.000 Euro aus dem Wehrdienst "freizukaufen".
Das türkische Militär gilt als eine der angesehendsten und zugleich auch härtesten Armeen der Welt. Körperliche Züchtigung, Prügel und Erniedrigungen durch Vorgesetzte stehen zu Beginn des höchstens 15 Monate dauernden Wehrdienstes auf der Tagesordnung. Innerhalb der NATO stellt die Türkei mit 500.000 Mann das zweitgrößte Heer hinter den Streitkräften der Vereinigten Staaten.
Noch 2006 war Agca wegen einer "schweren asozialen Persönlichkeitsstörung" für vorerst nicht wehrdienstfähig befunden worden. Die türkischen Behörden haben diesen Befund aber nie akzeptiert und für ungültig erklärt. Sein Anwalt hatte erfolglos Einspruch gegen die nochmalige Musterung eingelegt.
"Ich bin der ewige Christus"
"Agca ist schockiert und enttäuscht darüber, dass er zum Wehrdienst eingezogen werden könnte", sagte der Anwalt am Sonntag. "Er sagt, dass das Tragen von Waffen gegen seine religiösen und philosophischen Überzeugungen verstößt."
Agca hat sich in der Vergangenheit wiederholt als "Messias" bezeichnet und damit in seiner Heimat, wie auch im Vatikan für Empörung gesorgt. In einer von seinem Anwalt vor dem Gefängnistor in Ankara verbreiteten Erklärung sagte Agca am Montag: "Ich verkünde das Ende der Welt. Die gesamte Welt wird in diesem Jahrhundert zerstört. Jeder Mensch wird in diesem Jahrhundert sterben... Ich bin der ewige Christus."
Papst durch Schüsse lebensgefährlich verletzt
Agca, ein früherer Ultranationalist aus dem Umfeld der rechtsextremen türkischen "Grauen Wölfe", hatte Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 während einer Audienz auf dem Petersplatz in Rom mit mehreren Schüssen lebensgefährlich verletzt. Nach seiner Begnadigung im Jahr 2000 in Italien saß er in der Türkei zuletzt eine Haftstrafe ab, die er für den 1979 verübten Mord an dem türkischen Journalisten Abdi Ipekci bekommen hat. Ipekci war Chef der türkischen Zeitung "Milliyet".
Im Jänner 2006 war Agca kurzzeitig freigelassen worden, wurde aber nach nur acht Tagen wieder ins Gefängnis gebracht. Die türkische Regierung erklärte damals, Agca sei nur wegen eines Fehlers bei der Berechnung der Reststrafe freigekommen.
Enthüllungs-Bücher und Interviews angekündigt
Agca hatte sich zuletzt immer wieder öffentlichkeitswirksam über seine Pläne nach der Enthaftung geäußert. So will er für Millionenhonorare mehrere Bücher veröffentlichen und die Hintergründe des Anschlags auf den Papst erläutern. Zudem will er in Rom zum Christentum konvertieren. Die Hintergründe des Anschlags auf den Papst sind bis heute unklar. Als mögliche Drahtzieher wurden Geheimdienste aus dem damaligen Ostblock gehandelt.
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| Geschrieben von VinylBreaker |
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| Freitag 15. 01. 2010 - 13:01 Uhr |
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Attentäter flüchtete letzte Woche aus Polizeigewahrsam
Während der am Dienstag angeschossene Wiener Inspektor - seine Lungenfunktion ist noch leicht verschlechtert - zumindest noch bis über das Wochenende im künstlichen Tiefschlaf bleibt, wurde nun eine dramatische Polizei-Panne bekannt: Der Tatverdächtige war eine Woche vor dem Attentat schon gefasst worden, konnte aber wieder flüchten.
Zu dem fatalen Fehler kam es am 4. Jänner im Gemeindegebiet von Katzelsdorf in Niederösterreich. Ein Serbe in einem Opel Astra und zwei an einer Bus-Station herumlungernde Landsleute waren gegen 17 Uhr von einer Funkstreife aufgegriffen worden.
Verdächtiger flüchtete aus Polizeistation
Weil der Verdacht bestand, dass es sich um Dämmerungseinbrecher handelt, wurden alle drei in die Polizeiinspektion nach Tulln gebracht. Unter ihnen auch der gesuchte Verdächtige, Mihailo Vasic.
Da das gegen ihn verhängte Aufenthaltsverbot aber "nur" eine Verwaltungsübertretung ist, wurden dem 33-Jährigen damals keine Handschellen angelegt – in einem unbeobachteten Moment konnte er deshalb aus der Polizeistation fliehen. Die Beamten verfolgen ihn, doch selbst Warnschüsse konnten Vasic nicht stoppen. Am 11. Jänner feuerte Vasic dann in Wien auf den 27-jährigen Inspektor.
Konsequenzen für die betroffenen Beamten werde es der Kommandantin zufolge nicht geben. "Wir werden uns die Ursachen genau ansehen", sagte sie. "Es waren erfahrene Polizisten, die die Verdächtigen genau überprüft haben."
Fahndung: Schon "Hunderte Hinweise" eingegangen
Währenddessen läuft die Fahndung gegen den Mann weiter auf Hochtouren. Kripo und Interpol suchen im In- und Ausland nach dem 33-jährigen Mihailo Vasic. Laut dem Wiener Polizeisprecher Mario Hejl seien schon "Hunderte Hinweise" eingegangen.
Das Schicksal des 27-Jährigen lässt niemanden kalt: Die Ermittler gehen einer Vielzahl von Tipps aus der Bevölkerung nach. Es meldeten sich aber auch viele Polizisten, die von Informanten einen "Zund" zum möglichen Aufenthaltsort des Gesuchten oder zu seinen Kontakten erhalten haben.
Spendenkonto für den Polizisten eingerichtet
Für den angeschossenen zweifachen Familienvater hat sich eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgebreitet. Wiens Bürgermeister stellt vom Notfallbudget der Stadt 10.000 Euro bereit. Michael Häupl: "Bei aller Anteilnahme muss vor allem auch die Zukunft der Familie gesichert sein." Ebenfalls 10.000 Euro kommen von der FPÖ – für das Kopfgeld (damit schon 20.000 Euro) auf den Polizisten-Attentäter. Zu Wort meldete sich auch Grünen-Chefin Maria Vassilakou. Sie fordert einen Notfonds für im Dienst verletzte Beamte.
Der Verein der Freunde der Wiener Polizei hat ein Spendenkonto eingerichtet: Bank Austria, BLZ: 12000, Konto 22010956200, Kennwort "Verletzter Polizist".
Schüsse nach Ampel-Übertretung
Die Vorgeschichte: Der Besatzung des Streifenwagens "Heinrich 6" war am Dienstag gegen 13.40 Uhr ein BMW aufgefallen, der auf dem Lerchenfelder Gürtel eine Ampel missachtete überfuhr. Der Polizist und seine Kollegin wollten den Wagen anhalten. Der Lenker gab Gas und flüchtete. In der Nähe der Ganglbauergasse sprang der Mann aus dem Auto, lief zunächst davon und eröffnete schließlich das Feuer auf den ihn verfolgenden Beamten. |
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| Geschrieben von VinylBreaker |
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