| Samstag 30. 01. 2010 - 16:14 Uhr |
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Erbitterter Kampf der Helfer um ihre "Territorien"
Christian Wagner (re. im Bild) steht seit Stunden gebückt unter heißem Wellblech, rund um ihn Schutt und Elend, Bäche stürzen über seine Stirn in den Staub, vor ihm tiefe Fleischwunden, die bis auf die Knochen reichen. Er zupft, tupft, schmiert, injiziert und dokumentiert in einer Tour. Dass er seine freiwillige Tätigkeit als Notfallsanitäter in Haiti überhaupt ausüben kann, verdankt er der Flexibilität und Mobilität seines kleinen Teams. Denn im Katastrophengebiet rund um Port-au-Prince und Leogane herrscht unter den NGOs ein erbitterter Kampf um "Territorien".
Den "Claim" abstecken, das war eigentlich das erste Ziel der Fünfermannschaft des Arbeitersamariterbundes. Seit seiner Ankunft am Flughafen von Haitis devastierter Millionenmetropole ist dem bescheidenen Grüppchen aus Wien klar: Die Sache mit dem Helfen würde nicht leicht werden. Sie sollten Recht behalten. Zerstörte Straßen, Anarchie, Chaos, am Boden schlafen, sich von Combat-Rations ernähren - reine Routine, kein Problem.
Armada von NGOs
Doch niemand konnte mit der Armada an NGOs rechnen, die über Haiti hereingebrochen ist. Allen voran die "Global Player" wie Rotes Kreuz, UNO, US-Armee, die Kanadier und Japaner mit ihren riesigen Feldhospitälern und eigenen Soldaten, die Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans Frontieres, kurz: MSF). Im Schlepptau geschätzte 900 kleine Organisationen, oft nur ein paar Mann stark. "Tatsache ist: Mit Elend und Not wird heutzutage weltweit ein Riesengeschäft gemacht. Daher kann unser Weg nur die Hilfe von Mensch zu Mensch sein", ist sich Wagner seiner Situation durchaus bewusst.
Ein paar Mann stark sind auch die Arbeitersamariter. Und genau daraus wollten sie ihren Vorteil schlagen. Die einzige Möglichkeit, ein eigenes Gebiet zu ergattern, das man ungestört beackern konnte, war, eines auszukundschaften. Mit gemieteten Jeeps und einheimischen, also ortskundigen Chauffeuren ging es sprichwörtlich über Stock und Stein, jedes noch so kleine Dorf wurde anvisiert und via GPS markiert. Jedes noch so kleine Cluster-Meeting der UNO wurde besucht, E-Mail-Adressen und Satellitentelefonnummern flogen durch die kochend heißen Zelte, jede noch so kleine Chance musste unbedingt genutzt werden.
50 Patienten pro Tag werden vom Fünfer-Team behandelt
Dass Christian Wagner und seine vier Team-Mitglieder nun triefend vor Schweiß in einem namenlosen Bergdorf irgendwo weit abseits von Leogane verbinden, verschreiben, desinfizieren, messen, impfen, schneiden und vernähen, ist das Ergebnis beinharter Assessment-Arbeit. Palmiste-a-Vine heißt der Bezirk mit 27 Ortschaften, jede von Verwüstung durch das Beben und bitterer Armut gezeichnet, den sich die Helfer "gekrallt" haben. "Wunden, die bei uns in Österreich unter Umständen gar keiner Behandlung bedürfen, führen hier unweigerlich zur Sepsis, vielleicht sogar zur Amputation." Jetzt kann sich Wagner endlich auf die Arbeit konzentrieren, Menschen treffen, die seit den verheerenden Erdstößen noch keinem Arzt begegnet waren, und so fundiert solche Expertisen erstellen.
Jetzt endlich ist der Rhythmus da, das "Werkl" läuft wie geschmiert: Mehr als 50 Patienten können die fünf nun behandeln, obwohl die An- und Rückreise aus Port-au-Prince täglich bis zu zweieinhalb Stunden dauert und einer immer im Basislager, wo all die Medikamente lagern, zurückbleiben muss. Das aber dürfte schon bald ein Ende haben. Nämlich dann, wenn sich einer der "Global Player" erbarmt und dem kleinen Team aus dem kleinen Österreich Unterschlupf gewährt.
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| Geschrieben von VinylBreaker |
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| Freitag 29. 01. 2010 - 16:30 Uhr |
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Alles nur geklaut? Das sind die "echten" iPads
Die Spannung war groß, als Apple am Mittwoch seine neueste technische Errungenschaft präsentierte: das iPad. In China hält sich die Begeisterung allerdings in Grenzen, ist dort ein zum Verwechseln ähnliches Gerät doch bereits seit sechs Monaten erhältlich. Der Hersteller Great Loong Brother droht Apple daher nun mit Klage, und auch seitens des japanischen Fujitsu-Konzerns blüht dem iPhone-Hersteller Ärger: Der bietet in den USA nämlich bereits seit 2002 ein Gerät namens "iPad" an.
Wie ein Sprecher des japanischen Fujitsu-Konzerns am Freitag in Tokio erklärte, verkaufe das Unternehmen in den USA bereits seit 2002 Geräte mit dem Namen "iPad" (links im Bild). Das Multimedia-Gerät werde im Einzelhandel genutzt, um Inventarlisten zu erstellen und andere Geschäftsvorgänge abzuwickeln.
Im März 2003 sei beim US-Patentamt ein Antrag auf den Schutz der Namensrechte gestellt worden; über den Antrag sei aber noch nicht entschieden worden, weshalb dieser Anfang 2009 erneuert worden sei. Kurze Zeit später begann Apple damit, sich die Markenrechte international zu sichern. Ob und wie Fujitsu gegen Apple vorgehen wolle, sei zwar noch nicht klar, aber "nach unserem Verständnis gehört uns der Markenname", betonte der Sprecher.
Auch in anderen Ländern könnte Apple bezüglich des Namens seines neuen Tablet-PCs auf Probleme stoßen. So verwendet der kanadische Dessousanbieter Coconut Grove den Namen "iPad" bereits für einen gepolsterten Büstenhalter und Siemens verkauft ein Kfz-Zubehörteil unter diesem Namen.
"Warum hat Apple das Gleiche gemacht wie wir?"
In China hingegen ist unter dem Namen "P88" (rechts im Bild) bereits seit Monaten ein Tablet erhältlich, das Apples iPad überraschend ähnlich sieht. Während in Internet-Blogs gespottet wird, dass in China jetzt schon Produkte geklont würden, bevor die Originale überhaupt vorgestellt worden seien, sieht das der Hersteller Great Loong Brother ganz anders: "Wir verstehen das nicht", sagte eine Verantwortliche des Unternehmens, Huang Xiaofang, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Warum hat Apple das Gleiche gemacht wie wir?" Spätestens wenn Apple sein iPad in China verkaufen wolle, werde man den Konzern verklagen.
Dem chinesischen Hersteller zufolge wurde das Gerät bereits im August vergangenen Jahres auf den Markt gebracht und im September auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin präsentiert. Es ist zwar schwerer und dicker als das iPad; dafür hat es Great Loong Brother zufolge einen etwas größeren Bildschirm, einen schnelleren Prozessor, mehr Speicherplatz und - anders als das iPad - auch USB-Anschlüsse. Abstriche müssen die Verbraucher hingegen bei den Akkulaufzeiten machen: Den zehn Stunden, die das iPad verspricht, stehen beim P88 lediglich eineinhalb Stunden gegenüber.
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| Geschrieben von VinylBreaker |
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